Knochenschmerzen - Symptome,
Ursachen und TherapieDie Knochen des Menschen sind nach der Wachstumsphase gekennzeichnet
durch ihre hohe Stabilität und Belastbarkeit. Dass es in diesem Bereich auch zu Schmerzen kommen kann, ist für die meisten Menschen (mit Ausnahme von Stauchungen und
Knochenbrüchen)
unvorstellbar.
Die dem Leitsymptom Knochenschmerzen zugeordneten Beschwerden ähneln der Symptomatik, die durch Erkrankungen des
Bandapparates, der Muskulatur, der Nerven oder Gefäße sowie der Gelenke verursacht wird, weshalb es (auch von
medizinischer Seite) zu Fehldiagnosen kommen kann. Ursachen für Knochenschmerzen sind vielfältig. Das klinische
Bild ist abhängig vom Ort der Entstehung und führt entweder zu lokalisierten oder aber generalisierten
Beschwerden.
Ursachen
Während des Wachstums kann es bei Kindern im Alter zwischen vier und zwölf Jahren in den Abend- oder
Nachtstunden zu starken Schmerzen in verschiedenen Bereichen des Körpers kommen. Besonders davon betroffen sind die
Waden, das Schienbein und der Oberschenkel. Zwar lässt sich ein Zusammenhang zum Skelettsystem herstellen, die
Ätiologie ist jedoch bisher noch nicht geklärt. Typisch für diese Form des Knochenschmerzes sind die völlige
Schmerzfreiheit tagsüber sowie das Wechseln von Intervallen mit und ohne Beschwerden.
Die Hauptursachen für Knochenschmerzen sind Verletzungen des Knochens sowie degenerative Erkrankungen. Zu den
häufigsten Verletzungsmustern zählen der Bruch (Fraktur), der Riss (Fissur) sowie die Einstauchung (die zu einer
Verkürzung des Knochens führt). Meist steht der Schmerz nicht isoliert, sondern ist
von Anzeichen begleitet, die auf die Unregelmäßigkeit hindeuten. Dies sind die Schwellung, Rötung und Überwärmung
der Region, meist in Kombination mit einer Fehlstellung sowie einer Funktionsbeeinträchtigung. Der Riss ist weniger
gut erkennbar, kann jedoch die gleiche Symptomatik verursachen bzw. das Beschwerdebild bei Nichtbehandlung
zunehmend verstärken (und letztlich auch zu einer Fraktur führen).
Degenerative Veränderungen der Knochenstruktur sind zum Teil altersbedingt, können jedoch auch durch
verschiedene Erkrankungen gefördert werden. Die Osteoporose (Knochenschwund) führt zu einem Abbau von
Knochenmasse. Vor allem Frauen nach Einsetzen des Klimakteriums (in den Wechseljahren) leiden vermehrt unter den
Beschwerden, die auf ein starkes Ungleichgewicht von Zellen für den Knochenaufbau (über Osteoblasten) und
Knochenabbau (über Osteoklasten) zurückzuführen sind. Durch den Verlust der Knochenstruktur wird der Knochen porös
und neigt zu Brüchen, die ohne äußere Gewalteinwirkung entstehen können. Bei der ebenfalls häufig in Erscheinung
tretenden Arthrose werden die knorpeligen
Anteile der Gelenkenden langsam zerstört. Im Verlauf wird auch der Knochen angegriffen. Hierdurch entstehen
Schmerzen, die zusätzlich auch das zugehörige Gelenk betreffen und im Verlauf zu
Deformitäten führen, die den Alltag Betroffener stark behindern können.
Knochenschmerz kann eine Begleiterscheinung fiebriger Erkältungen sein bzw. diese ankündigen. Die genauen
Umstände, die zu diesem Phänomen führen, sind jedoch noch nicht vollständig geklärt.
Verschiedene Krebsarten weisen in ihrem Verlauf auch
Knochenschmerzen auf, die meist durch Streuung (Metastasierung) zu einem Befall des Knochens und zu einer Umformung
(z.B. durch die Wucherung) führen. Davon betroffen sind vor allem Menschen mit Nierenzelltumoren (häufige
Metastasierung in den Bereich der Wirbelsäule), einem Prostatakarzinom oder Brustkrebs. Die Wucherung kann auch direkt vom Knochen
ausgehen (= primärer Knochentumor). Zu den gutartigen Tumoren zählen das Osteochondrom und das Osteom. Osteosarkome
(häufigster bösartiger Knochentumor) treten vorwiegend an den Endbereichen langer Röhrenknochen auf, können
prinzipiell jedoch jeden Knochen befallen. Daneben macht sich vor allem das Plasmozytom (multiples Myelom, Morbus
Kahler, geht vom Knochenmark aus) durch Schmerzen im Bereich der Knochen bemerkbar.
Die Beschwerden treten jedoch meist erst im Verlauf auf und deuten auf eine Zunahme des Befalls hin. Auch die
Leukämie (Blutkrebs) kann durch
Knochenschmerzen gekennzeichnet sein.
Zu den weniger in Erscheinung tretenden Erkrankungen, die durch Knochenschmerzen gekennzeichnet sind, zählen der
Zeckenbiss, die Syphilis (zweites Stadium), Morbus Gaucher (Lipidspeicherkrankheit), Entzündungen und
Funktionsstörungen der Niere (z.B. Niereninsuffizienz, führt im
Verlauf zu einer veränderten Blutbildung, die sich auch auf den Knochen auswirkt) und die fortgeschrittene
Hepatitis A.
Daneben können eine Überdosierung von Vitamin A (durch Ablagerung), eine Glutenunverträglichkeit, ein Mangel an
Vitamin D (führt bei Erwachsenen zur Osteomalazie), der übermäßige Genuss von Alkohol sowie das Dengue-Fieber
(Sieben-Tage-Fieber) oder auch allgemeines Fieber zu starken Knochenschmerzen
führen.
Diagnose
Bedingt durch die Vielfalt der Ursachen gestaltet sich die Diagnose häufig schwer. Frakturen lassen sich meist
mit bildgebenden Verfahren nachweisen. Diese dienen auch bei unkontrolliertem Zellwachstum oder Funktionsstörungen
als Nachweis. Das Blutbild wird kontrolliert, die Urinzusammensetzung
bestimmt, es erfolgen Knochendichtemessungen oder weitere Testverfahren zur Differentialdiagnose.

Therapie
Die Therapie ist abhängig von der Ursache sowie dem Stadium der Erkrankung. In einigen Fällen kann der
Schmerz nur gelindert, jedoch nicht kuriert werden. Zur Behandlung stehen
konservative, medikamentöse oder operative Maßnahmen zur Verfügung. Tumoröse Entartungen werden daneben unter
Umständen bestrahlt oder chemotherapeutisch behandelt. Eine kurzfristige Linderung von Knochenschmerzen lässt
sich z.B. durch warme Wickel erzielen, die um die schmerzende Stelle gelegt werden. Auch Schonung und Ruhe
wirken sich positiv aus. Leichte Bewegungsübungen verhindern gleichzeitig ein Einsteifen bzw. den Abbau der
zugehörigen Muskulatur.
Lesen Sie mehr unter: http://www.yamedo.de/symptome/schmerzen-ursachen.html oder
http://www.yamedo.de/symptome/schmerzen-merken.html
Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert
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