Akne – Naturheilkunde, Therapie und Narben-Behandlung

Von außen betrachtet sind es nur Pickel. Kleine Entzündungen, Talgansammlungen, rote Knötchen, vielleicht ein paar Pusteln auf Stirn oder Kinn. Doch für die Millionen Betroffenen – vor allem Jugendliche, aber auch Erwachsene – ist Akne weit mehr als ein kosmetisches Problem. Sie greift die Haut an, aber trifft das Selbstwertgefühl. Sie kratzt an der Oberfläche, aber geht unter die Haut. Und obwohl sie zu den häufigsten dermatologischen Erkrankungen zählt, zeigt sich die moderne Medizin hier oft von ihrer hilflosesten Seite.

Eine Volkskrankheit – und ein Markt

Akne betrifft laut Schätzungen rund 85 Prozent aller Menschen irgendwann im Laufe ihres Lebens. Bei etwa einem Viertel bleibt es nicht bei ein paar hormonellen Unreinheiten in der Pubertät, sondern die Haut entzündet sich chronisch: Kinn, Wangen, Rücken, Brust – entzündete Poren, eitrige Knoten, Narbenbildung. Die Ursachen? Hormonelle Schwankungen, genetische Faktoren, ein Übermaß an Talgproduktion und verstopfte Poren. Dazu kommt eine bakterielle Komponente, insbesondere das Bakterium Cutibacterium acnes, das einst als „Täter“ galt, heute aber differenzierter betrachtet wird.

Der Leidensdruck ist oft immens. Akne hat messbare psychische Folgen: Depressionen, soziale Isolation, Scham. Studien zeigen, dass schwere Akne-Patienten ähnlich hohe Depressionsraten aufweisen wie Menschen mit chronischen Schmerzen. Diese seelische Komponente wird von der Dermatologie häufig übersehen – stattdessen steht der Fokus auf Hautbildern, nicht auf Lebensgeschichten.

Und die Behandlungen? Ein Milliardenmarkt. In Apotheken, Drogerien, Online-Shops, Hautarztpraxen – überall locken Cremes, Gels, Antibiotika und Wundermittel. Doch wer genau hinsieht, erkennt ein System aus Versuch und Irrtum, aus Nebenwirkungen und fragwürdigen Erfolgen.

Die gängigen Therapien – ein Blick hinter die Fassade

In der schulmedizinischen Behandlung von Akne dominiert ein simples Prinzip: Unterdrücken, Austrocknen, Bekämpfen. Das beginnt bei topischen Antibiotika, also Cremes mit antibakteriellen Wirkstoffen wie Clindamycin oder Erythromycin. Was kurzfristig Linderung verspricht, führt langfristig zu Resistenzen. Ein Problem, das längst nicht mehr nur die Dermatologie betrifft, sondern die globale Antibiotikakrise anheizt.

Alternativ oder zusätzlich werden Benzoylperoxid oder Retinoide verschrieben – ebenfalls zur äußeren Anwendung. Benzoylperoxid ist ein stark oxidierender Wirkstoff, der Keime abtöten und die Haut abschuppen soll. In der Praxis bedeutet das: trockene, brennende, schuppende Haut. Nicht selten verschlechtert sich das Hautbild zunächst drastisch, bevor eine Besserung eintritt – wenn überhaupt. Retinoide wie Tretinoin gelten zwar als wirksam, aber ebenfalls reizend. Hautärzte sprechen gern vom „Retinoid-Schub“, wenn sich die Akne zu Beginn der Behandlung verschlechtert. Für viele Patientinnen und Patienten ist das schlicht eine zusätzliche Demütigung.

Noch tiefer greift die Therapie mit systemischen Antibiotika oder Hormonpräparaten ein. Minocyclin, Doxycyclin oder Tetracyclin werden monatelang verabreicht – mit ungewisser Wirkung und potenziell gravierenden Nebenwirkungen: Schädigung der Darmflora, Lichtempfindlichkeit, Schwindel, Kopfschmerzen. Oder es folgt die Pille: Antiandrogene wie Cyproteronacetat, meist kombiniert mit Ethinylestradiol, sollen den hormonellen Einfluss dämpfen. Der Eingriff in den weiblichen Hormonhaushalt ist erheblich – mit bekannten Risiken: Thrombosen, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust. Dass viele junge Frauen nach dem Absetzen eine regelrechte „Post-Pill-Akne“ entwickeln, verschärft die Problematik zusätzlich.

Isotretinoin: Der aggressive König unter den Akne-Therapien

Bleiben alle anderen Therapien erfolglos, kommt häufig ein Medikament ins Spiel, das wie ein scharfes Schwert durch die Aknebehandlung schneidet: Isotretinoin, bekannt unter Handelsnamen wie Roaccutan oder Aknenormin. Ein Retinoid in Tablettenform, das die Talgdrüsen radikal herunterfährt, Entzündungen hemmt und Bakterien den Lebensraum entzieht. Klingt gut – ist aber mit Vorsicht zu genießen.

Isotretinoin ist teratogen, also fruchtschädigend. Frauen müssen während der Einnahme eine doppelte Verhütung nachweisen. Das Medikament kann zu schweren Leberschäden führen, den Blutfettspiegel erhöhen, Haut und Schleimhäute austrocknen. Viele berichten von massiven Nebenwirkungen: Gelenkschmerzen, Sehstörungen, depressive Verstimmungen, bis hin zu Suizidgedanken. Der Zusammenhang zwischen Isotretinoin und psychischen Erkrankungen ist umstritten – doch dass hier ein Risiko besteht, räumt selbst der Beipackzettel ein.

Dass dieses Medikament trotz allem so häufig verschrieben wird, wirft Fragen auf. Hat die Dermatologie ein Wahrnehmungsproblem? Oder fehlt es schlicht an Alternativen?

Zwischen Hautbild und Weltbild

Ein Hautarzt hat selten mehr als zehn Minuten Zeit. In dieser Zeit entscheidet sich, ob ein Jugendlicher ein topisches Antibiotikum bekommt oder eine junge Frau mit einem Hormonpräparat nach Hause geht. Die systemische Sicht – Ernährung, Lebensstil, Stress, Umweltfaktoren – spielt im Praxisalltag kaum eine Rolle. Dabei zeigen Studien längst: Entzündliche Hautkrankheiten wie Akne sind oft Ausdruck tieferliegender Störungen – im Mikrobiom, im Hormonhaushalt, im Stoffwechsel.

Aber das verlangt Zeit. Zuhören. Eine individuelle Herangehensweise. Stattdessen läuft vieles nach Schema F – mit dem Risiko, dass die Patientinnen und Patienten nach Monaten intensiver Behandlung nicht nur schlechtere Haut, sondern auch ein beschädigtes Körpergefühl zurückbehalten.

Ein strukturelles Versagen

Der Umgang mit Akne ist ein Lehrstück für die Defizite eines medizinischen Systems, das auf Symptomkontrolle statt Ursachenforschung ausgelegt ist. Die Kassen bezahlen lieber eine Antibiotikatherapie als eine Ernährungsberatung. Psychologische Begleitung? Fehlanzeige. Und während die Industrie Milliarden mit Pflegeprodukten und Medikamenten verdient, bleibt die Frage offen, warum eine so häufige Erkrankung trotz Jahrzehnten intensiver Forschung noch immer mit Methoden behandelt wird, die an der Oberfläche kratzen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.

Akne ist keine Bagatelle. Sie ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung mit weitreichenden körperlichen und seelischen Folgen. Wer nur die Haut behandelt, übersieht den Menschen. Und genau das ist es, was in der medizinischen Realität immer noch viel zu häufig geschieht.

Naturheilkunde und Alternativmedizin bei Akne

Aus meiner Erfahrung in der Naturheilpraxis lässt sich Akne mit einem integrativen Ansatz oft deutlich lindern – nicht nur äußerlich, sondern von innen heraus. Die Haut ist ein Spiegel des inneren Gleichgewichts, und genau hier setzen viele bewährte naturheilkundliche Verfahren an:

Akupunktur:
Vor allem bei hormonell bedingter Akne im Kinn- und Kieferbereich kann Akupunktur regulierend auf den Zyklus und die Haut wirken. Empfehlenswert sind 1–2 Sitzungen pro Woche über 6 Wochen, idealerweise kombiniert mit einer chinesischen Puls- und Zungendiagnostik zur individuellen Punktewahl.

Heilpflanzen:
Brennnessel (Urtica dioica) und Klettenwurzel (Arctium lappa) haben sich als ausleitend und hautklärend bewährt. Eine Teekur mit je 1 TL pro Tasse, 2–3 Tassen täglich über 4 Wochen, kann helfen, das Hautbild zu verbessern.

Ernährung:
Die konsequente Ernährungsumstellung, wie oben beschrieben, ist für mich die Grundlage jeder erfolgreichen Akne-Therapie. Zusätzlich kann eine Fastenwoche oder ein Intervallfasten (z. B. 16:8-Methode) den Stoffwechsel entlasten und Entzündungen reduzieren.

Heilpilze:
Besonders der Reishi (Ganoderma lucidum) wirkt hormonell ausgleichend und entzündungshemmend. Kapseln mit 600 mg Extrakt, 2× täglich über mindestens 8 Wochen, haben sich in der Praxis bewährt.

Orthomolekulare Medizin:
Zink (z. B. als Zinkcitrat, 15–30 mg täglich), Vitamin A (z. B. 10.000 IE/Tag als Retinylpalmitat) und Omega-3-Fettsäuren (1–2 g täglich EPA/DHA) unterstützen die Hautheilung von innen. Auch N-Acetylcystein (600 mg täglich) kann oxidativen Stress reduzieren.

Osteopathie / Chiropraktik:
Blockaden im Halswirbelsäulenbereich und Spannungen im Kiefergelenk können den Lymphfluss behindern. Eine osteopathische Behandlung alle 2 Wochen über 2 Monate kann hier regulierend wirken.

Kneipp-Verfahren:
Wechselduschen (morgens kalt-warm-kalt, je 30 Sekunden) und wöchentliche Leberwickel (z. B. mit Schafgarbentee) fördern die Entgiftung über Haut und Leber.

Atemtherapie:
Ruhige Bauchatmung (z. B. 5 Minuten am Morgen) aktiviert den Parasympathikus und dämpft Stressreaktionen, die Akne verschlechtern können.

Entspannungsverfahren:
Autogenes Training oder Meditation, täglich 10–15 Minuten, helfen, hormonelle Stressachsen zu beruhigen – ein wichtiger Faktor bei entzündlicher Akne.

Sanum-Therapie:
Wie oben erwähnt: Notakehl D5 (5 Tropfen täglich über 3 Wochen) kann das Mikrobiom stabilisieren. Anschließend empfiehlt sich eine Pause von einer Woche und gegebenenfalls ein zweiter Durchgang.

Bachblüten:
Bei innerer Anspannung oder seelischen Konflikten: Crab Apple (Reinigung) und Larch (Selbstwert) als Tropfenmischung, 4× täglich 4 Tropfen über mehrere Wochen.

Schüßler-Salze:
Nr. 9 Natrium phosphoricum und Nr. 11 Silicea, je 3×2 Tabletten täglich über 6–8 Wochen, unterstützen Stoffwechsel und Hautregeneration.

Homöopathie:
Neben Euphorbium und Sulfur (siehe oben) hat sich auch Hepar sulfuris D12 bei stark eitriger, schmerzhafter Akne bewährt – 1× täglich 5 Globuli für max. 10 Tage.

Manuelle Therapien:
Die Dorn-Breuss-Methode kann über das vegetative Nervensystem harmonisierend wirken. Besonders hilfreich bei Stress-bedingten Hautveränderungen.

Pflanzliche Komplexpräparate:
Phytokomplexe mit Mahonia, Viola tricolor und Sarsaparilla (z. B. als Tropfenmischung) wirken entgiftend und entzündungshemmend. Anwendung: 3× täglich 20 Tropfen über mindestens 4 Wochen.

Licht- und Farbtherapie:
Blaulichtbestrahlung (415 nm) wirkt antibakteriell bei Propionibacterium acnes. 3–5 Anwendungen pro Woche über 4–6 Wochen zeigen häufig gute Ergebnisse.

Fasten / Heilfasten / Intervallfasten:
Eine gut begleitete Heilfastenkur über 5–7 Tage (z. B. nach Buchinger) kann den Stoffwechsel neu ausrichten. Intervallfasten (16:8) lässt sich im Anschluss langfristig in den Alltag integrieren.

Diese Ansätze sind kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung, können aber – klug kombiniert – eine erstaunliche Wirkung entfalten. Entscheidend ist, den Menschen in seiner Gesamtheit zu sehen und individuell zu begleiten. Genau darin liegt die Stärke der Naturheilkunde.

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Beitragsbild: fotolia.com – badmanproduction

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 18.10.2011 erstellt und letztmalig am 22.3.2025 komplett überarbeitet.